Ausstellung "Alias in Wonderland", Arbeiten von Studierenden der Abteilung "Digitale Kunst", Foto: Sue Sellinger, www.suesellinger.com
"Allure de Wonderland", Gaspar Battha, interaktive Video-Installation, 2009, Fotos: Sue Sellinger
"Alias in Wonderland", Christian Thüringer: "M.u.R.", 2009
Ausstellung "Alias in Wonderland", Arbeiten von Studierenden der Abteilung "Digitale Kunst", Foto: Sue Sellinger, www.suesellinger.com
Katalog "Alias in Wonderland", Konzept: Bernhard Faiss, Lydia Lindner, Virgil Widrich, Gestaltung: Bernhard Faiss, ISBN 978-3-85211-152-0

Alias in Wonderland

Ausstellung der Abteilung Digitale Kunst/Universität für angewandte Kunst Wien,
25. Juni bis 12. Juli 2009, Freiraum/quartier21, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Text zur Ausstellung von Univ.-Prof. Virgil Widrich und Dipl. Ing. Arch. Nicolaj Kirisits:
Die Konstruktion der Wirklichkeit erfolgt über Verweise und Abbilder. Im digitalen Zeitalter ist die Anzahl der Abbilder exponentiell gewachsen. Im Computer nennt man einen Verweis "Alias". Das Alias wurde erfunden, um Speicherplatz effizienter nutzen zu können. Das Alias ist in seiner Größe eingeschränkt, erzeugt jedoch bereits eine Idee des Originals, auf das es verweist. Das Alias im Computer ist ein Hinweisschild auf eine größere Datei und Referenz auf das anderswo Vorhandene. Ein Alias ist auch eine Art "Schlüssel", ein "rabbit hole" zur Erinnerung. 
In der Ökonomie der Aufmerksamkeit kann das Alias auch als Währung begriffen werden. Je häufiger eine Wissenschaftlerin/ein Wissenschaftler zitiert, eine Künstlerin/ein Künstler rezipiert oder ein Star kommentiert wird, desto höher der gesellschaftliche und monetäre Wert. Gleichzeitig stellt das Alias auch eine Reduktion des Originals dar, wobei sich Bilder besser reduzieren lassen als künstlerische Formate wie Theater, Performance oder interaktive Kunst. Künstlerische Formate, die die Reduktion nicht als Qualität nutzen können, sind im Verlorenen. Im Gegensatz dazu kommen banale Interventionen, deren reduzierte Abbilder Aufmerksamkeit erregen und sich als Alias leicht digital verbreiten lassen, zu ungeahntem Erfolg. 
Wie alles, entsteht auch die Kunst im Kopf der Rezipientin/des Rezipienten. Selbst das Original ist somit als Verweis auf diesen eigentlichen Ort, an dem Wirklichkeit entsteht, zu verstehen.
Das Konzept der Ausstellung "Alias in Wonderland" ermöglicht es, die Vielfältigkeit der Klasse "Digitale Kunst" und deren Arbeiten in einer Ausstellung gleichzeitig und kompakt zu repräsentieren. Für jedes "Original" wurde ein Alias geschaffen, wobei gelegentlich auch das Alias selbst das Original sein kann. Das vorgegebene Format für diese Ausstellung ist ein Bereich von 30 mal 30 mal 30cm und befindet sich auf einem fahrbaren Sockel. Jedes Alias kann von BesucherInnen im Wonderland verschoben werden. Zwei Andockstationen lösen dem Werk zugeordnete und weiterführende Informationen und Medieninhalte aus. Die Originale befinden sich anderswo.

Künstlerische Leitung: Virgil Widrich
Ausstellungsarchitektur: Nicolaj Kirisits
Konzept und Programmierung des Environments: Thomas Walcher, Joseph Knierzinger, Philipp Drössler, Gaspar Battha mit Unterstützung von Klaus Filip

Katalog:
Konzept: Bernhard Faiss, Lydia Lindner, Virgil Widrich
Redaktion: Veronika Schnell
Lektorat: Franziska Echtinger, Karl Heinz Javorsky
Übersetzungen: John Cima, Nita Tandon
Gestaltung: Bernhard Faiss
Copyright © 2009 Herausgeber
Fotografien © Ella Krampl, Sue Sellinger und KünstlerInnen
Texte © bei den Autoren und KünstlerInnen
Herstellung REMAprint, 2009
ISBN 978-3-85211-152-0

Werke von Al Bird Gore, Gaspar Battha, Jonas Bohatsch, Alexander Doliner, Philipp Drössler, Stefan Fahrngruber, Dominik Grünbühel, Robert Günther, Holger Guggi, Gottfried Haider, Raoul Haspel, Josef Knierzinger, Paul Leitner, Korinna Lindinger, Robert Mathy, Georg Novotny, Jan Perschy, Simon Repp, David Röder, Laura Russo, Karl Salzmann, Laura Skocek, Nora Skrabania, Julia Staudach, Florian Steinringer, Achim Stromberger, Corinne Studer, Kathrin Stumreich, Nikola Tasic, Christian Thüringer, Nina Tommasi, Benjamin Weber, Nicholas Wormus, Merlin Wyschka und Ilknur Yalvac.